Die Geschichte vom Rheinischen Ritter Obentraut

Ein langer Ritt vom Deutschen Michel zum Seelzer Weltmeistertitel

„Habt Acht!“
Wenn der General Obentraut auftritt, heißt es „Stillgestanden! Und die Augen geradeaus!!“

Immerhin kämpft der Reitergeneral Johann Michael Elias von Obentraut, genannt der „Deutsche Michel“ seit sieben Jahren in dem Krieg, der letztlich 30 Jahre währen wird. Anfangs verteidigte er seine Heimat, die Kurpfalz, gegen die spanischen Besatzer. Nun, im Jahr 1625 hat ihn das Kriegsgeschehen in den Norden des Reiches verschlagen. Vor zwei Monaten, im September, hat er den Grafen Tilly vertrieben, der die Stadt Nienburg belagerte. Seitdem nennt man Michael von Obentraut auch den „Retter von Nienburg“. Viele Beinamen hat er sich erworben aufgrund seiner Tapferkeit und seines Mutes. Seine Feinde fürchten ihn als „Deutschen Michel“. Und seine Freunde schätzen ihn für seine Treue und Verlässlichkeit.

Nun führt er die Reiterei der protestantischen Union und will die katholische Liga, die angeführt wird von Graf Tilly, endgültig aus dieser Gegend vertreiben. Graf Tilly belagert die Festung Calenberg – und Obentraut will ihn dort noch einmal besiegen.
Dafür braucht er allerdings Fußtruppen. Und das sind Sie, die Gäste.

Sie stehen gerade vor ihm und werden auf die protestantische Union eingeschworen.
Und dann zieht man gemeinsam los – in Marschordnung!
Unterwegs wird die Taktik erläutert und schließlich kommt es zum Kampf! Wie dieser ausgeht, werden die Gäste erfahren. Und auch was danach geschieht. Dann zieht der Tross weiter zur Kirche, zum ältesten Haus in Seelze und schließlich in die Neuzeit. Wo für einen General des 17. Jahrhunderts eigentlich alles fremd ist.

Da Obentraut die Stadt Seelze aber mittlerweile mehrmals besucht hat – auch weil hier an der Straße ein Denkmal zu seinen Ehren steht – kann er genauso über Rangierbahnhof und Industrie erzählen, wie über die Schicksale der Bauern im 30-jährigen Krieg und den großen Brand im Jahr 1755. Und er kennt sich sogar mit Computern aus, eine Spezialität der Stadt Seelze, womit auch die Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts Neues und Spannendes von ihm erfahren.

Schließlich kehrt man wieder zurück zum Alten Krug, der dem Reitergeneral zu Lebzeiten in Seelze als Hauptquartier diente. Hier wird er selbst noch einmal der Frage nachgehen, was es mit dem „Deutschen Michel“ tatsächlich auf sich hat. Und wenn Sie jetzt denken, dieser Reitergeneral sei das Vorbild für die „Schlafmütze“ als welcher der „Deutsche Michel“ heutzutage gilt – dann liegen sie völlig falsch!

Dieser Parforceritt durch die Geschichte des 30-jährigen Krieges, die Lebensgeschichte des Michael von Obentraut und die Geschichte Seelzes dauert ungefähr 90 Minuten und beginnt am Alten Krug in Seelze, an der Hannoverschen Straße.

Aber seien Sie getrost, unter der Leitung des Rheinischen Ritters und Generalleutnant Johann Michael Elias von Obentraut kommen Sie wohlbehalten wieder an den Ausgangspunkt zurück. Und zögern Sie nicht, sich seinem Gefolge anzuschließen. Denn in der Truppe des „Deutschen Michels“ zu kämpfen, ist wahrlich eine große Ehre und man wird Sie bestaunen, wenn Sie wieder wohlbehalten Haus und Hof erreicht haben.

Anfahrt mit S 1 oder S 2 zum Bahnhof Seelze. Von dort 5 Minuten Fußweg.
Oder Bus 700 bis Haltestelle Alter Krug

Die Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten.
Anmeldung erforderlich bei der Stadt Seelze: Telefon 05137 – 828-101
Diese Veranstaltung kann auch zu Ihrem Wunschtermin durchgeführt werden.
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Aufruhr, Bratwurst und Obentrautbier in Seelze

Jedes Jahr im September erklingt Schlachtenlärm im Bürgerpark zu Seelze … DIE ZEITREISE, ein Freilufttheater … Wilde Söldner, arme Bauern, verängstigte Mägde und mutige Helden bereiten sich auf den Kampf gegen den Feind vor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, es muss schnell gehandelt werden. Truppen werden angeworben und nach dem Schwur des Fahneneides geht es dann mit Trommelwirbel und im Marschschritt ins Lager des Reitergenerals Michael von Obentraut. Dort wird nach einer Ansprache des Generals mit dem Exerzieren begonnen.

Ob der Feind sich davon beeindrucken lässt, bleibt abzuwarten. Aber auf alle Fälle wird sich der Heerwurm vor der Schlacht noch stärken. Und auch wenn sich einige vor‘m Exerzieren gedrückt haben. Beim Essen fassen stehen sie in der ersten Reihe … das war so jedes Jahr … Die ZEITREISE findet statt bei flackerndem Fackelschein und endet bei einem friedlichen Gelage mit Bratwurst und Obentrautbier.

Termin 2014 ist am 5. September 19:00.
Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung nicht erforderlich.
Treffpunkt ist der Parkplatz in der Grand-Couronne-Allee – bei der Kristalltherme Seelze.
Anfahrt mit S 1 oder S 2 zum Bahnhof Seelze. Von dort 10 Minuten Fußweg.
Oder Bus 700 bis Haltestelle Alter Krug. Von dort 6 Minuten Fußweg.
Dauer der Aufführung ca. 80 Minuten

Die Presse berichtet: HAZ 22/9/2014 „Zeitreise ins Mittelalter“
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