Haarmann lädt zum Dinner

Rainer Künnecke als Fritz Haarmann im Leibniz Theater. Foto von Holger Wohllebe

Bis(s) zum Letzten …

Fritz Haarmann, Händler, Frührentner, Polizeispitzel, Serienmörder. Er wurde am 15. April 1925 im Gefängnishof des Landgerichts Hannover mit dem Fallbeil enthauptet, verurteilt für 24fachen Mord. Das war am heutigen Raschplatz.
Wer war dieser Mensch eigentlich? Ein Schandfleck in Hannovers Geschichte? Darf „man“ einen Serienmörder auf die Bühne bringen? Die Kunst darf bekanntlich alles und ist keine Besserungsanstalt.

Galgenhumor hilft bei „Haarmann lädt zum Dinner; es darf erleichtert gelacht werden in schräg-makaberer Situationskomik. Und es kann gewahr werden, dass hier aus einem verkorksten Leben in Notzeiten nach dem 1. Weltkrieg erzählt wird. Auf ein paar Überraschungen können Sie sich gefasst machen …

Die Idee, Fritz Haarmann zu verkörpern, entstand zunächst für eine historische Stadtführung. Aus dem Auftritt in der Mörder-Tour wurde ein Auftritt in der langen Nacht der Theater 2017. Dann fragten Zuschauerinnen und Zuschauer nach, wann denn das ganze Theaterstück erscheine. So wurde aus dieser nicht gerade kleinen Herausforderung ein Abend füllendes Werk.

Nach der Premiere am 1. Oktober 2017 im Leibniz Theater eröffnete die Printausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ihre bemerkenswert positive Theaterkritik von Thomas Kaestle am 4.10.2017 so: „Dieser Premierenabend bringt zwei Hannoveraner zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: einen gefeierten Universalgelehrten (Leibniz im Leibniz Theater) und einen bis heute tabuisierten Massenmörder“. Das Ein-Mann-Stück ist eine zeitgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Kriminalfall und mit dem Menschen Fritz Haarmann. Beeindruckend schaurig, doch auch spannend. Für echte Krimi- und Geschichts-Fans. Hobby-Profiler. Die lobende Theaterkritik der NEUEN Presse von Christian Seibt beschrieb am 5.10.2017: „Packend, wie Künnecke Haarmann darstellt […] Man hat einen Menschen erlebt, kein Monster – ohne jedoch eine Bestrafung in Frage zu stellen […] Ein intensives Kammerspiel, das nachwirkt und Denkanstöße gibt. Sehens- und erlebenswert.“

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